Optimale Ausrichtung: Süd ist am besten — aber nicht zwingend
Die ideale Ausrichtung für eine Solaranlage in NRW ist Süd mit 30–35° Neigung. Das maximiert den Jahresertrag. Aber auch andere Ausrichtungen funktionieren gut:
- Süd (0° Abweichung): 100 % Ertrag — Referenzwert
- Süd-Ost / Süd-West (30–45° Abweichung): ca. 95 % Ertrag
- Ost oder West (90° Abweichung): ca. 80–85 % Ertrag
- Nord: nicht empfohlen — unter 65 % Ertrag, selten wirtschaftlich
Dachneigung: Zwischen 20 und 50 Grad optimal
In NRW ist eine Neigung von 30–35° ideal. Außerhalb dieses Bereichs:
- Unter 15° (Flachdach-ähnlich): Verschmutzung durch fehlende Selbstreinigung durch Regen
- 15–20°: Noch gut, leicht reduzierter Ertrag im Winter
- 35–50°: Sehr gut, besonders hohe Wintererträge
- Über 50° (steil): Guter Winterertrag, reduzierter Sommerertrag
Dachform: Satteldach, Pultdach, Flachdach und Walmdach
Satteldach: Ideale Dachform. Bei Südausrichtung kann die gesamte Südseite bestückt werden. Bei Ost-West-Ausrichtung beide Seiten belegen — das ergibt eine flachere Kurve über den Tag, aber bessere Morgen- und Abenderträge.
Pultdach: Einseitig geneigtes Dach mit 100 % genutzter Fläche. Häufig bei modernen Häusern und Anbauten — sehr gut für Solar geeignet.
Flachdach: Module werden aufgeständert — auf Gestellen mit ca. 15–30° Neigung nach Süden ausgerichtet. Etwas mehr Montageaufwand, aber volle Flexibilität in der Ausrichtung.
Walmdach: Vier Dachflächen, von denen Süd- und Süd-West-Seiten nutzbar sind. Etwas kompliziertere Verkabelung, aber machbar.
Schattenwurf: Der größte Ertragsfeind
Schattenwurf durch Bäume, Schornsteine, Gauben oder Nachbargebäude kann den Ertrag dramatisch reduzieren. Besonders kritisch: Schatten wirkt sich auf ganze Strings aus, wenn keine Optimierer oder Mikrowechselrichter eingesetzt werden.
- Wir prüfen den Schattenwurf bei unserem Vor-Ort-Termin
- Bei starkem Schatten empfehlen wir String-Optimierer (Tigo, SolarEdge)
- Mikrowechselrichter (z. B. Enphase) lösen das Problem vollständig — aber zu höheren Kosten
Dachstatik: Was muss das Dach tragen?
Eine 10 kWp Anlage wiegt ca. 150–200 kg (Module + Montagesystem). Das entspricht ca. 2,5–3 kg/m². Die meisten Wohngebäude in NRW sind auf 75–100 kg/m² Schneeläst ausgelegt — die zusätzliche PV-Last ist also kein Problem. Bei älteren Gebäuden prüfen wir die Statik vorsorglich.
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