Warum PV-Angebote so schwer vergleichbar sind
Wer heute eine Solaranlage anfragt, bekommt Zahlen oft erst nach einem Verkaufsgespräch — und sitzt dann im eigenen Wohnzimmer einem Verkäufer gegenüber, statt in Ruhe zu vergleichen. Dazu kommt: Viele Angebote nennen nur einen Gesamtpreis ohne Positionsliste, unterschiedliche Speichergrößen oder unklare Leistungsumfänge. So lassen sich zwei Angebote schlicht nicht nebeneinanderlegen.
Die folgenden fünf Punkte machen aus dem Papierstapel eine klare Entscheidungsgrundlage. Sie funktionieren unabhängig davon, bei wem Sie anfragen — auch bei uns.
Punkt 1: Festpreis oder Schätzung?
Ein seriöses Angebot nennt einen verbindlichen Gesamtpreis für die komplette Leistung: Material, Montage, Anmeldung beim Netzbetreiber und Inbetriebnahme. Vorsicht bei Angeboten, die einzelne Posten „nach Aufwand" offenlassen — hier entstehen häufig Nachforderungen. Formulierungen wie „ca.", „ungefähr" oder „zuzüglich anfallender Zusatzkosten" sind keine Festpreise.
Ebenfalls wichtig: Für private PV-Anlagen gilt 0 % Mehrwertsteuer nach § 12 Abs. 3 UStG — der Angebotspreis sollte das bereits berücksichtigen. Was eine Anlage insgesamt kosten darf, lesen Sie in unserem Ratgeber zu den Kosten einer Solaranlage.
Punkt 2: Anzahlung — und wenn ja, wann?
Ein fairer Zahlungsplan koppelt die Zahlung an die Lieferung: Gezahlt wird, wenn das Material bei Ihnen ist — nicht Wochen vorher. Hohe Vorkasse ohne Gegenwert ist eines der größten Risiken beim Anlagenkauf: Geht der Anbieter zwischen Anzahlung und Montage insolvent, ist das Geld im schlimmsten Fall verloren und die Anlage wird nie installiert.
Fragen Sie deshalb konkret: „Verlangen Sie eine Anzahlung, und wenn ja, wofür genau?" Anbieter, die 30–50 % Vorkasse fordern, sollten das begründen können — die meisten können es nicht.
Punkt 3: Ist die Planung nachvollziehbar?
Ein gutes Angebot basiert auf Ihrem konkreten Dach: Ausrichtung, Neigung, Verschattung, Modulbelegung. Moderne Anbieter zeigen die geplante Anlage vorab als 3D-Ansicht auf dem eigenen Dach — inklusive Ertragsprognose aus Sonneneinstrahlungsdaten und einer Amortisationsrechnung. Wer nur eine Pauschalzahl ohne Dachbezug bekommt, sollte nachfragen.
Genau dafür haben wir unseren kostenlosen 3D-Solarplaner gebaut: Adresse eingeben, Dach markieren, und in wenigen Minuten sehen Sie Modulbelegung, Ertragsprognose und Amortisation für Ihr eigenes Dach — bevor Sie mit irgendeinem Anbieter sprechen. Wie sich die Amortisationszeit berechnet, zeigt unser Ratgeber zur Amortisation einer Solaranlage.
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Kostenlose 3D-Dachplanung starten →Punkt 4: Was ist mit dem Speicher?
Für die meisten Einfamilienhäuser rechnet sich die Kombination aus Anlage und Batteriespeicher, weil der selbst erzeugte Strom auch abends genutzt werden kann. Entscheidend ist, dass Anlage und Speicher als Gesamtsystem geplant werden — nicht als nachträglich zusammengestellte Einzelteile.
Achten Sie im Angebot auf die netto nutzbare Speicherkapazität in kWh (nicht die Bruttokapazität) und auf die Speicherchemie. Ob und wann sich ein Speicher für Sie lohnt, beleuchtet unser Ratgeber Wann lohnt sich ein Batteriespeicher? — und die passende Größe finden Sie im Ratgeber zur Speichergröße.
Punkt 5: Garantien schwarz auf weiß
Üblich sind Leistungsgarantien der Modulhersteller von bis zu 25 Jahren, bei Wechselrichtern rund 10 Jahre, bei Speichern 10 bis 12 Jahre. Diese Herstellergarantien sollten im Angebot ausgewiesen sein — ebenso wie der Ansprechpartner für den Service nach der Inbetriebnahme.
Hinterfragen Sie auch, über wen die Garantie im Schadensfall abgewickelt wird: direkt über den Hersteller oder über den Installateur als Zwischenstelle. Kurze Garantiezeiten unter 5 Jahren für Module oder Speicher sind ein klares Warnsignal.
Checkliste: Diese Positionen gehören in jedes vergleichbare Angebot
✔ Verbindlicher Festpreis für die komplette Leistung
✔ 0 % MwSt. nach § 12 Abs. 3 UStG bereits eingerechnet
✔ Zahlungsplan: Zahlung erst bei/nach Materiallieferung
✔ Modulanzahl, Watt-Peak und Modulhersteller
✔ Wechselrichtermodell und Leistungsklasse
✔ Speicher: Hersteller + netto nutzbare Kapazität in kWh
✔ Netzbetreiber-Anmeldung und Inbetriebnahme inklusive
✔ Garantiezeiten je Komponente, schriftlich
✔ Planung auf Basis Ihres konkreten Dachs (3D/Vor-Ort)
Häufige Fragen
Woran erkenne ich ein transparentes Photovoltaik-Angebot?
Ein transparentes Photovoltaik-Angebot nennt einen verbindlichen Festpreis für die komplette Leistung (Material, Montage, Netzbetreiber-Anmeldung, Inbetriebnahme), verlangt keine Anzahlung vor Materiallieferung, basiert auf einer nachvollziehbaren Planung des konkreten Dachs und weist alle Herstellergarantien schriftlich aus.
Ist eine Anzahlung bei einer Solaranlage üblich?
Seriöse Anbieter koppeln die Zahlung an die Materiallieferung: Gezahlt wird, wenn das Material bei Ihnen ist — nicht Wochen vorher. Hohe Vorkasse von 30–50 % ohne Gegenwert ist eines der größten Risiken beim Anlagenkauf, weil das Geld bei einer Insolvenz des Anbieters verloren sein kann.
Wie vergleiche ich Photovoltaik-Angebote richtig?
Vergleichen Sie nur Angebote mit gleicher kWp-Größe, gleicher netto nutzbarer Speicherkapazität und gleichem Leistungsumfang. Jedes vergleichbare Angebot muss Modulhersteller, Wechselrichtermodell, Speicherkapazität, Montagesystem, Netzbetreiber-Anmeldung und die Garantiezeiten je Komponente einzeln ausweisen.
Welche Garantien gehören in ein Photovoltaik-Angebot?
Üblich sind Leistungsgarantien der Modulhersteller von bis zu 25 Jahren, bei Wechselrichtern rund 10 Jahre und bei Batteriespeichern 10 bis 12 Jahre. Diese Herstellergarantien sollten im Angebot schriftlich ausgewiesen sein — ebenso der Ansprechpartner für den Service nach der Inbetriebnahme.
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