Solarstrom verkaufen – Direktvermarktung, Vergütung, Zukunft der Einspeisung

Überschussstrom ins Netz einspeisen, an Mieter liefern oder am Strommarkt verkaufen — ein Überblick über alle Wege, wie Sie Ihren selbst erzeugten Solarstrom verwerten können.

Schnellübersicht 2026: Einspeisevergütung bis 10 kWp: 7,78 ct/kWh, garantiert für 20 Jahre. Eine 10-kWp-Anlage in NRW (≈ 9.500 kWh/Jahr) bringt bei 30 % Überschuss rund 222 € Einspeiseerlös pro Jahr. Direktvermarktung ab 100 kWp Pflicht. Eigenverbrauch spart 2026 rund 0,32 €/kWh und bleibt die wirtschaftlich stärkste Strategie für Einfamilienhäuser.

Diese Wege gibt es, um Solarstrom zu verkaufen

Wer eine Photovoltaikanlage betreibt, hat grundsätzlich drei Optionen für den nicht selbst genutzten Strom: die gesetzliche Einspeisevergütung nach EEG, die Direktvermarktung über einen Vermarkter am Großhandelsmarkt sowie die lokale Lieferung an Mieter oder Nachbarn. Welcher Weg wirtschaftlich sinnvoll ist, hängt von der Anlagengröße, dem Eigenverbrauchsanteil und der verbleibenden Vertragslaufzeit ab.

Für eine typische 10-kWp-Anlage in NRW mit 9.500 kWh Jahresertrag und 70 % Eigenverbrauch verbleiben rund 2.850 kWh zur Einspeisung — zu 7,78 ct/kWh ergibt das rund 222 Euro pro Jahr. Die Einspeisevergütung ist dabei nur eine von mehreren Ertragsquellen.

Einspeisevergütung vs. Direktvermarktung: Der Unterschied

Die Einspeisevergütung garantiert Hausbesitzern ab 2026 für Neuanlagen bis 10 kWp einen festen Satz von 7,78 ct/kWh über 20 Jahre — kalkulierbar, ohne Aufwand und direkt über den Netzbetreiber abgewickelt. Die Direktvermarktung hingegen bringt den Marktwert plus eine staatliche „Marktprämie", die Differenz zwischen dem Spotmarktpreis und dem EEG-Wert ausgleicht.

In der Praxis bedeutet das:

Wer sich für die Direktvermarktung entscheidet, benötigt außerdem einen Smart Meter, der den Ist-Ertrag viertelstündlich misst und an den Vermarkter übermittelt.

Für wen sich Direktvermarktung heute schon lohnt

Direktvermarktung rechnet sich heute vor allem für Anlagen ab 30 kWp, bei denen der Eigenverbrauchsanteil gering ist und nennenswerte Strommengen dauerhaft ins Netz fließen. Bei Spotmarktpreisen, die in Spitzenlastzeiten 15–25 ct/kWh erreichen können, ist der Erlös deutlich höher als die gesetzliche Einspeisevergütung — allerdings nur dann, wenn Sonnenstunden und Lastspitzen zeitlich zusammenfallen.

Für Eigenheimbesitzer mit 10 kWp und Batteriespeicher gilt dagegen: Der Eigenverbrauch spart 0,32 €/kWh — das Vierfache der Einspeisevergütung. Wer die eigene Anlage mit einem Batteriespeicher kombiniert und tagsüber produzierten Strom in der Nacht selbst verbraucht, erzielt damit die höchste wirtschaftliche Rendite. Die Direktvermarktung ist für diese Gruppe nur nach Ablauf der 20-jährigen EEG-Förderdauer interessant.

Direktvermarktung lohnt sich also konkret für:

Mehr zu den Ertragserwartungen einer typischen NRW-Anlage lesen Sie im Ratgeber Photovoltaik-Ertrag.

Kostenlose 3D-Dachplanung starten

In 3 Minuten zum individuellen Angebot — inkl. Speicher, Eigenverbrauchsberechnung und Amortisationsplan. Festpreis, 0 € Anzahlung, 0 % MwSt.

Kostenlose 3D-Dachplanung starten →

Was das geplante Ende der festen Einspeisevergütung bedeutet

Das EEG sieht vor, dass die feste Einspeisevergütung für kleinere Anlagen langfristig durch marktbasierte Modelle ersetzt wird. Konkret: Wer heute eine neue Anlage in Betrieb nimmt, erhält 7,78 ct/kWh für 20 Jahre — danach greift kein gesetzlicher Anspruch mehr. Für Anlagen, die ab etwa 2010 in Betrieb genommen wurden, läuft diese Frist bereits in den nächsten Jahren ab.

Was das in der Praxis bedeutet:

Neue Anlagen, die Sie 2026 in Betrieb nehmen, sind von diesem Übergangsproblem noch nicht betroffen — die 20-jährige Garantie läuft bis ca. 2046. Dennoch lohnt sich der Blick in die Zukunft: Wer heute einen Hybrid-Wechselrichter und einen ausreichend dimensionierten Speicher einplant, ist für spätere Vermarktungsmodelle gut gerüstet.

Solarstrom an Nachbarn oder Mieter verkaufen: Was erlaubt ist

Seit der Einführung des Mieterstromgesetzes ist es möglich, Solarstrom direkt an Mieter desselben Gebäudes zu liefern — ohne den Umweg über das öffentliche Netz. Der Mieterstrombetreiber kauft den Strom vom Dach und verkauft ihn an die Mieter zu einem Preis, der mindestens 10 % unter dem örtlichen Grundversorgungstarif liegen muss. Netzentgelte und Abgaben fallen in reduzierter Form an, da der Strom das öffentliche Netz nicht nutzt.

Für Nachbarn in separaten Gebäuden gibt es seit 2023 das Modell der gemeinschaftlichen Gebäudeversorgung sowie das schrittweise eingeführte Energie-Sharing. Dabei teilen sich mehrere Parteien den Ertrag einer Gemeinschaftsanlage virtuell — über Messung am Netzverknüpfungspunkt statt über physische Direktleitungen. Die Regelungen sind komplex und verlangen in der Regel eine Registrierung beim Netzbetreiber.

Was Sie beim Verkauf an Dritte beachten müssen:

Für Mehrfamilienhäuser ist der Mieterstrom ein attraktives Zusatzgeschäft. Mehr dazu: Solaranlage bei Mietobjekten.

So bereiten Sie Ihre Anlage auf die Vermarktung der Zukunft vor

Wer heute eine neue Anlage plant, sollte sie so dimensionieren, dass sie auch nach Ablauf der EEG-Laufzeit wirtschaftlich bleibt. In NRW mit rund 1.650 Sonnenstunden pro Jahr und einem Ertrag von 950–1.050 kWh pro kWp liegt die Basis für eine langfristige Wirtschaftlichkeit. Eine 10-kWp-Anlage amortisiert sich bei einer Stromkosteneinsparung von rund 2.000–2.200 Euro pro Jahr in 6–7 Jahren — das bedeutet über 13 Jahre „freien" Strom vor Ende der EEG-Förderdauer.

Konkrete Empfehlungen für zukunftsfähige Anlagen:

Lesen Sie außerdem: Amortisationsrechner für Solaranlagen und Lohnt sich Photovoltaik 2026?

Jetzt 3D-Dachplanung starten — kostenlos & unverbindlich

Solarcheck24 plant Ihre Anlage individuell: Mit 3D-Modell, Eigenverbrauchsoptimierung und transparentem Festpreis — inkl. Speicher, Montage und Netzbetreiber-Anmeldung. Einzugsgebiet: Köln und ganz NRW.

Kostenlose 3D-Dachplanung starten →

Häufige Fragen

Wie viel bekomme ich 2026 für eingespeisten Solarstrom?

Für Anlagen bis 10 kWp gilt 2026 eine gesetzliche Einspeisevergütung von 7,78 Cent pro Kilowattstunde, garantiert für 20 Jahre ab Inbetriebnahme. Eine 10-kWp-Anlage in NRW erzeugt rund 9.500 kWh pro Jahr und speist bei 30 % Überschuss ca. 2.850 kWh ein — das entspricht rund 222 Euro Einspeiseerlös jährlich. Mehr dazu lesen Sie im Ratgeber Einspeisevergütung 2026.

Ab wann lohnt sich Direktvermarktung statt Einspeisevergütung?

Direktvermarktung ist ab einer installierten Leistung von 100 kWp Pflicht und ab etwa 30 kWp wirtschaftlich interessant. Für typische Eigenheim-Anlagen von 10 kWp übersteigt der Eigenverbrauch die Einspeisung deutlich — dort schlägt die Einspeisevergütung die Direktvermarktung im Netto-Ergebnis in der Regel noch. Erst nach Ablauf der 20-jährigen EEG-Laufzeit wird Direktvermarktung auch für kleine Anlagen zur relevanten Option.

Darf ich meinen Solarstrom direkt an Nachbarn oder Mieter verkaufen?

Ja, unter bestimmten Bedingungen. Das Mieterstromgesetz erlaubt die direkte Lieferung an Mieter desselben Gebäudes. Für Nachbarn in anderen Gebäuden gilt das Modell „gemeinschaftliche Gebäudeversorgung" oder „Energie-Sharing", das seit 2023 stufenweise eingeführt wird. In beiden Fällen fallen Netzentgelte und Abgaben an, die den erzielbaren Preis begrenzen. Lesen Sie mehr: Solaranlage bei Mietobjekten.

Was passiert mit der Einspeisevergütung, wenn die 20-jährige Förderdauer abläuft?

Nach Ablauf der 20-jährigen Vergütungsdauer endet der gesetzlich garantierte Einspeisetarif. Anlagenbetreiber können dann einen Direktvermarktungsvertrag abschließen, an einem regionalen Strommarkt teilnehmen oder den Strom über dynamische Tarife zu Spotmarktpreisen vermarkten. Ein Smart Meter ist dafür in aller Regel Voraussetzung. Wer frühzeitig einen Speicher nachrüstet, erhöht alternativ seinen Eigenverbrauch und reduziert die Abhängigkeit von Einspeisetarifen. Mehr: Speicher nachrüsten.

Weiterführend: Einspeisevergütung 2026 · Netzeinspeisung erklärt · Eigenverbrauch optimieren · Dynamische Stromtarife · Solaranlage mit Speicher